1. Welches Ziel verfolgt die Internet-Präsenz „Dienstleistungsmetropole Berlin“?
  2. Welchen Anteil an der Wirtschaft haben die Dienstleistungen in der Region Berlin?
  3. Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten im Berliner Dienstleistungssektor?
  4. Wie hoch ist der Anteil der Dienstleistungs-Beschäftigten bundesweit?
  5. Wie hoch ist der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Dienstleistungssektor?
  6. Welche Rolle spielen Bildung und Forschung im Dienstleistungssektor?
  7. Welche Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich für den Dienstleistungssektor?
  8. Sollen Dienstleister und Dienstleisterinnen denn künftig nur für die Arbeit leben?
  9. Wie können die Arbeitsbedingungen in der Dienstleistungsbranche verbessert werden?
  10. Wertschöpfung ist als Begriff ja definiert – aber was ist mit „Wertschätzung“ gemeint?
  11. Welche Bedeutung hat der Berliner Dienstleistungssektor im Vergleich zu dem anderer europäischer Großstädte?

1. Welches Ziel verfolgt die Internet-Präsenz „Dienstleistungsmetropole Berlin“?

Dienstleistungen haben einen unverzichtbaren und wachsenden Anteil an einem leistungsfähigen und attraktiven städtischen Ballungsraum wie Berlin. Zur positiven Entwicklung der Wertschöpfung gehört aber ebenso gut die Entwicklung der Wertschätzung für die Beschäftigten und ihre Leistung. Dazu will diese Website beitragen, die im Rahmen des Projektes „Gesellschaftliche Wertschätzung von Dienstleistung steigern! – Dienstleistungsqualität – Arbeitsqualität – Zeitinnovationen“ entstanden ist.

2. Welchen Anteil an der Wirtschaft haben die Dienstleistungen in der Region Berlin?

2008 wurden im Berliner Dienstleistungssektor 71,2 Milliarden erwirt-
schaftet. Das waren mehr als 80 Prozent des Bruttosozialprodukts Berlins (2008: insgesamt 87,5 Mrd. Euro). 75 Prozent des wirtschaftlichen Wachstums zwischen 2007 und 2008 gingen auf die positive Entwicklung im Dienstleistungssektor zurück.

3. Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten im Berliner Dienstleistungssektor?

Im Oktober 2009 waren in Berlin rund 970 000 sozialversicherungspflich-
tig Beschäftigte im Dienstleistungssektor (inkl. Energie- und Wasser- versorgung) tätig. Das sind etwa 86 Prozent aller Beschäftigten Berlins.

4. Wie hoch ist der Anteil der Dienstleistungs-Beschäftigten bundesweit?

Im Bundesdurchschnitt waren nur rund 68 Prozent (19 Millionen Beschäf- tigte) der etwa 27 Millionen Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig.

5. Wie hoch ist der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Dienstleistungssektor?

Rund 57 Prozent der Beschäftigten im Berliner Dienstleistungsbereich sind weiblich. Der Dienstleistungssektor hat eine extrem hohe beschäftgungs- politische Bedeutung – gerade auch für Frauen!

6. Welche Rolle spielen Bildung und Forschung im Dienstleistungssektor?

Hochwertige Dienstleistungsangebote sind Standortvorteile für Unter- nehmen. Für die Bindung der Fachkräfte, die an Berliner Hochschulen ausgebildet werden, ist ein hochwertiges Dienstleistungsangebot von großer Wichtigkeit.
Bildung und Wissen der Beschäftigten sind aber auch Triebkräfte für die Wettbewerbsfähigkeit der Dienstleistungsunternehmen. Deshalb ist eine gute Wissensbasis der Beschäftigten Ausgangspunkt für Innovationen im Dienstleistungssektor. Nicht zuletzt bedarf es gezielter Forschung und fachlicher Dialoge darüber, wie die vielfältigen Bereiche im Dienst- leistungssektor ausgebaut werden können.

7. Welche Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich für den Dienstleistungssektor?

Entwicklungspotenziale für den Berliner Dienstleistungssektor liegen vor allem in den wachsenden „Märkten“, die sich aus den gesellschaftlichen Trends ergeben: demografischer Wandel, steigende Frauenerwerbs- beteiligung, wachsendes Bedürfnis nach Lebensqualität, Flexibilisierung der Lebensverhältnisse und zunehmende Internationalisierung der Wohnbevölkerung.

8. Sollen Dienstleister und Dienstleisterinnen denn künftig nur für die Arbeit leben?

„Zeit“ ist ein wichtiger Faktor für eine gute Dienstleistungspolitik. Einerseits erwarten die Kundinnen und Kunden eine „Rund-um-die-Uhr“-Verfügbarkeit, andererseits darf das nicht dazu führen, dass die Beschäftigten des Dienstleistungsbereichs kein Privatleben, kein Familienleben mehr führen können. Dazu sind neue, innovative Zeitarrangements notwendig.

9. Wie können die Arbeitsbedingungen in der Dienstleistungsbranche verbessert werden?

Soziale Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Qualität der Arbeit geht. Das gilt für den Dienst- leistungssektor wie für die Industrie. Wer nicht motiviert und zufrieden an seinem Arbeitsplatz ist, wird kaum Qualität abliefern. Deshalb müssen Arbeitsformen und –bedingungen im Dienstleistungssektor attraktiver gestaltet werden. Ein existenzsicherndes Einkommen muss als Grundvoraussetzung gelten, um qualifiziertes Fachpersonal ans Unternehmen zu binden. Und die Beschäftigten müssen Einfluss auf die Gestaltung ihres Arbeitsalltags haben.

10. Wertschöpfung ist als Begriff ja definiert – aber was ist mit „Wertschätzung“ gemeint?

Nachhaltige Wertschöpfung ist letztlich nur mit der Anerkennung der Arbeit der Beschäftigten zu erzielen. Durch Lohn und Gehalt, durch gute Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Anerkennung dessen, was Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Gesellschaft leisten.

11. Welche Bedeutung hat der Berliner Dienstleistungssektor im Vergleich zu dem anderer europäischer Großstädte?

Die Wirtschaftskraft einer Großstadtregion spiegelt sich in der vorhandenen Wirtschaftskraft der Großstädte und ihrer umliegenden Regionen. Diese lassen sich anhand des Bruttoinlandprodukts je Einwohnerin/ Einwohner bzw. umgerechnet im Kaufkraftstandard pro Einwohnerin/ Einwohner messen. Der im Durchschnitt gemessene Kaufkraftstandard der 27 EU-Mitgliedsstaaten beträgt 22.400 KKS. London weist mit einem KKS von 41.500 einen deutlich über dem EU-Durchschnitt liegenden Kaufkraftstandard auf. Wien liegt mit etwas mehr als 36.000 KKS in Bezug auf die Wirtschaftskraft deutlich hinter London, aber noch vor Berlin.
Auch beim Wirtschaftswachstum schneidet Berlin im direkten Vergleich mit Wien und London am schlechtesten ab.
Positiv für Berlin ist die Entwicklung des Dienstleistungsanteils an der Bruttowertschöpfung: Zwischen 1995 und 2005 nahm er um 5,2 Prozent- punkte auf 79,9 Prozent zu. Eine solche Entwicklung werten Fachleute mit als Erfolgsfaktor für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit einer Region. Sie ist darüber hinaus entscheidend für die Stabilität der Zahl der Erwerbstätigen einer Region – und sie hat so den Stellenabbau durch die positive Entwicklung im Dienstleistungssektor in erheblichem Maße gemildert.
Generell zeigt sich beim Blick auf die Wirtschaftsstruktur der 27 Mit- gliedsstaaten der EU ein deutlicher Trend hin zum Dienstleistungssektor. Besonders erfolgreich zeigen sich dabei die Städte, wo diese Entwicklung weit fortgeschritten ist und die eine starke Ausrichtung auf wissensintensive Dienstleistungssegmente haben.