Wertschätzung der Arbeit

Gute Arbeit benötigt gute Arbeitsbedingungen. Gute und innovative Dienstleistungen werden von Menschen gemacht und sind maßgeblich von deren Identifikation, Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz abhängig. Soziale Anerkennung, gerechte Entlohnung und attraktive Arbeitsformen und -bedingungen können dazu beitragen, dass der Dienstleistungssektor in Berlin auch künftig die hohen Erwartungen erfüllt, die an ihn gestellt werden.

Welche Erfahrungen es dazu gibt, können sie unter „Aus der Praxis“ nachlesen.

„Gute Arbeit gestalten - für gute Dienstleistungen im Land Berlin“ – Mitbestimmung und Tarifbindung sind das A und O
Dokumentation der Tagung, Juni 2015

Senatorin Dilek Kolat verdeutlichte in ihrer Eröffnungsrede die rasante Bevölkerungsentwicklung der Metropole Berlin. Mit dem Anstieg der Einwohnerzahl wachse auch die Nachfrage nach Dienstleistungen. Dadurch entstünden immer mehr neue Stellen im Dienstleistungssektor. Zentrale Herausforderung sei, die Wertschätzung von – vor allem personennahen – Dienstleistungen zu verbessern. Qualitativ hochwertige Arbeitsbedingungen und ein höheres Lohnniveau müssen zentrale politische Ziele sein.

Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes hob die gestiegenen und sich permanent wandelnden Anforderungen an Dienstleistungen hervor. „Einfache Arbeit“ sei längst nicht mehr einfach. Aus diesem Grund müsse eine massive Verbesserung der Aus- und Weiterbildung forciert werden. Neben der Hochschule müsse dabei auch die betriebliche Ausbildung wieder stärker unterstützt und beworben werden. Durch lebenslanges Lernen und lernförderliche Arbeitsbedingungen für Beschäftigte jeden Alters könne die Beschäftigungsfähigkeit verbessert werden.

Susanne Stumpenhusen, Landesbezirksleiterin des ver.di Landesbezirks Berlin-Brandenburg, und Christian Hoßbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, bekräftigten in ihren Statements, dass zentrale Gestaltungsmomente in der Stärkung der Tarifbindung und in der Mitbestimmung liegen. Tarifverträge setzten Arbeits- und Sozialstandards, die regulierend auf den Arbeitsmarkt wirken und Beschäftigte vor schlechten Arbeitsbedingungen schützen. Sie sorgen für eine faire Bezahlung und eine Integration der Beschäftigten in die sozialen Sicherungssysteme.

In den Gesprächsrunden zu „Arbeitszeitpolitik“ und „Mitbestimmung und Tarifbindung“ berichteten Betriebsratsvorsitzende über ihre Arbeit und es wurde deutlich, dass ein Betriebsrat in einem Unternehmen viel zum Positiven bewegen kann. Die Mitsprache der Beschäftigten erhöhe die Motivation, verringere die Personalfluktuation und halte damit Wissen und Qualifikation im Unternehmen.

Magrit Zauner von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen bestärkte am Ende alle Anwesenden darin, auch selbst im Alltag mehr Wertschätzung für Dienstleisterinnen und Dienstleister zu leben. Denn die Gestaltung „Guter Arbeit“ im Dienstleistungsbereich könne nur gemeinsam gelingen. Die Tagung und die „Impulse für innovative Dienstleistungspolitik“ könnten dafür eine Orientierungshilfe sein.

Die Dokumentation der Tagung finden Sie hier.


Frauen – abgesichert und unabhängig ein Leben lang,
Fachdialog am 17.10.2012

Eigenständige Existenzsicherung für Frauen ist noch immer keine Normalität, obwohl diese Forderung seit langem vehement betont wird. Das Gegenteil ist oftmals der Fall! In den Dienstleistungsbranchen wie im Einzelhandel und in den personenbezogenen Dienstleistungen mit einem hohen Anteil an weiblichen Beschäftigten dominieren Niedriglöhne und prekäre Arbeitsverhältnisse.

Gemeinsam mit dem Publikum diskutierten Elke Hannack, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands, Dr. Irene Pimminger von der Agentur für Gleichstellung im ESF, Jutta Reiter, Vorsitzende in der DGB-Region Dortmund-Hellweg, Viveka Ansorge, Leiterin des Projekts „Joboption. Gleichstellen – auch eine Option für Minijobberinnen“, Bente Schmiade vom DGB Bezirk Berlin-Brandenburg sowie Detlef Lange, Betriebsrat im KaDeWe. Besonders die Möglichkeit der Umwandlung von geringfügiger Beschäftigung in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze – wie in Modellprojekten aus der Region Dortmund und aus Berlin gezeigt – fand die Aufmerksamkeit des Publikums.

Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.


Dienstleistungen ein Gesicht geben,
Konferenz am 28.09.2012

Mit der Konferenz »Dienstleistungen ein Gesicht geben« haben die Berliner Senatsverwaltung und die Wert.Arbeit GmbH, Berlin das Thema „Dienstleistungsarbeit wertschätzen“ weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dabei tauschten sich mehr als 80 Teilnehmende über Erfahrungen aus dem Projekt „Gesellschaftliche Wertschätzung von Dienstleistungen steigern! – Dienstleistungsqualität – Arbeitsqualität – Zeitinnovationen“ aus. Beschäftigte und Betriebsräte aus verschiedenen Branchen des Dienstleistungssektors gaben im Rahmen eines Parcours ihrer Arbeit „ein Gesicht“ und berichteten über Rahmenbedingungen in ihrem Arbeitsfeld.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Diskussion um Wertschätzung und gute Arbeit als essentielle Bestandteile einer guten Entwicklung von Dienstleistungen in der Metropole Berlin. Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, wies in ihrer Eröffnungsrede auf die Bedeutung des Programms „BerlinArbeit“ hin, mit welchem gute Arbeit als Grundprinzip der Arbeitsmarktpolitik in Berlin etabliert werden soll. Frank Bsirske, Bundesvorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) betonte, dass neben „Guter Arbeit“ auch „soziale Innovation“ wichtig ist, um gute Dienstleistungen zu gestalten.

Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.


Dokumentation des Fachdialogs »Berlin ist MEHR WERT – Strategien für nachhaltige Beschäftigung in Tourismus und Gastgewerbe Nachhaltiger Geschäftstourismus«, 20. Oktober 2011
Der Tourismus ist eine Schlüsselbranche für Berlin. Mit 20 Mio. gewerblichen Übernachtungen im Jahr 2010 belegt die Stadt nach London und Paris Rang 3 in Europa. Wie kann es gelingen, in und für diesen Zweig der Dienstleistungswirtschaft nachhaltig Arbeitsqualität und Fachkräfte zu sichern? Welche Bedingungen finden die Beschäftigten heute in der Branche vor? Unter dem Titel „Berlin ist MEHR WERT – Strategien für nachhaltige Beschäftigung in Tourismus und Gastgewerbe“ fand dazu am 20. Oktober 2011 eine gemeinsame Fachtagung der TÜV Rheinland Akademie GmbH und der Wert.Arbeit GmbH statt. Spannend war der direkte Austausch von Vertreterinnen und Vertretern aus der Branche, u. a. Personalleitung und Betriebsrat des Hotels Berlin, Berlin sowie der Geschäftsführer der Reederei Riedel, und den Akteurinnen und Akteuren der zuständigen Senatsverwaltung sowie der Berliner Wirtschafts- bzw. Tourismusförderung, vertreten durch Burkhard Volbracht (Berlin Partner GmbH) und Dirk Arndt (Visit Berlin). Die Perspektive der Gewerkschaft NGG wurde von Sebastian Riesner in die Debatte eingebracht. Diskutiert wurde u.a., inwieweit ein lokales „Siegel“ über die Arbeitsqualität in einzelnen Häusern einen Beitrag zu mehr Transparenz und besseren Beschäftigungsbedingungen leisten kann, ein Punkt, dem auch die Branche aufgeschlossen gegenüber stand. Dazu kamen viele fachkundige Fragen und Kommentare aus dem Publikum. Weitere Informationen über die Teilnehmenden und die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in einer Dokumentation, die Sie hier herunterladen können. Haben Sie Interesse an einem gedruckten Exemplar? Dann senden Sie bitte eine kurze E-mail an verwaltung@wertarbeitgmbh.de.


Minijobs sind weiblich – und Dienstleistungsjobs
Minijobbeschäftigte erhalten weniger Lohn für gleiche Arbeit. Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden ihnen oft vorenthalten. In Berlin waren Ende März 2010 15,8 % der Beschäftigten in einem geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnis. Knapp 56 % von ihnen sind weiblich. Deutschlandweit liegt der Frauenanteil mit 70% sogar noch höher!
Der überwiegende Teil aller Minijobbeschäftigten – nämlich 93 % – arbeitet in Berlin im Dienstleistungssektor. Hier vor allem in Bereichen, die als Frauendomänen gelten: nämlich dem Handel, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Gastronomie. Die Benachteiligungen, die mit einem Minijobverhältnis einhergehen, treffen deshalb oftmals Frauen – und zwar in Bereichen, in denen die Arbeits- und Einkommensbedingungen oft miserabel sind.
Mit diesen Bedingungen, mit Problemen und Risiken und strategischen Handlungsoptionen beschäftigt sich die Expertise „Minijobs – politisch-strategische Handlungsoptionen“.


Wie weiter!? Mini Jobs – eine Beschäftigungsform mit Nebenwirkungen
Diskussion politischer Handlungsoptionen.
Eine Dokumentation der Expertinnen- und Expertenrunde am 06.04.2011. finden Sie hier.

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